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Lilly im Katzen-Album
Ashanti im Katzen-Album




Lilly holten wir im März 2003 aus dem Tierheim zu uns.
Sie war gerade von der Krankenstation (gerade erfolgte Kastration) in eine Katzenstube gesetzt worden und saß zusammengekauert in der Ecke, weil die anderen Katzen ziemlich unfreundlich knurrten. Uns mochte sie auf Anhieb und nahm die Autofahrt nach Hause sehr gelassen hin.

Am Anfang gab es ein paar Tage Probleme mit ihr und Filou. Es wurde 3 Tage gefaucht und geknurrt, dann war die Sache geklärt.
Lilly ist ca. 2002 geboren und eine recht zierliche, langbeinige, verspielte und agile Hauskatze.
Sie kann ewig alleine mit einer Fellmaus spielen oder versucht oft Filou zum Spielen zu animieren. Sie scheint nie richtig müde zu werden, aber auch sie genießt die Stunden des Dösens in der Sonne.
Lilly ist ein gutmütiges und freundliches Katzenmädchen. Keinen Tierarztbesuch (Fäden ziehen und Impfungen) hat sie uns nachgetragen. Zum ausgiebigen Schmusen fehlte ihr Anfangs noch die richtige Ruhe. Spätestens nach ein paar Minuten mußte sie wieder rumflitzen oder sie beschließt, es sei genug gestreichelt worden und schiebt die Hand mit ihren unendlich langen Beinen weg.
Nach 2 Jahren hat sie aber die Vorzüge des Kuschelns entdeckt. Sobald ich mich hinlege kommt sie zu mir und legt sich auf oder zwischen meine Beine, so können wir zwei den halben Nachmittag verbringen und im Winter fordert sie regelrecht diese Kuschelzeit im Bett oder auf dem Sofa ein. Und im Sommer ist ihr Lieblingsplatz in ihrem Blumenkasten, dort kann sie stundenlang liegen.
Nachts aber ist ihr Platz immer bei mir im Bett.

Geschnurrt hat Lilly sehr selten. Aber sie bebt dafür beim Streicheln. Erst nach rund 5 Jahren hat Lilly entdeckt, dass Schnurren schön ist.

Zu Filou hat sie eine besondere Beziehung. Sie will immer in seiner Nähe sein, sich ankuscheln oder sich förmlich auf ihn rauflegen. Wenn er sie dann putzt dreht sie sich genussvoll. Nur dann packt sie wieder der Übermut, sie "umarmt" oder knabbert an ihm rum. Und vorbei ist die Idylle. Genau wie Filou erwartet sie unsere Rückkehr sehnsüchtig an der Wohnungstür.


Bewusst haben wir nie geplant eine dritte Katze bei uns aufzunehmen, da unsere Duos eigentlich bisher immer relativ harmonisch und ausgeglichen waren. Natürlich haben wir aufgrund Lillys Spieltrieb so manches mal damit geliebäugelt für sie einen Spielpartner zu suchen, sind aber letzlich immer wieder davon abgekommen.


Zu Sylvester im Jahr 2004 hatten wir in unserer Garage mal wieder Besuch. Wir sahen unseren Besuch nicht, aber in den folgenden Tagen war das hingestellte Futter immer komplett weg. Nach einigen Tagen sahen wir einen Schatten, viel zu schnell um etwas zu erkennen, aber offensichtlich hatten wir wieder einen Dauergast.
Das hingestellte Klo wurde genutzt und nach einiger Zeit wussten wir, dass sich eine recht zierliche und dunkle Katze bei uns versteckt hält. Viel zu scheu um sich zeigen oder gar außerhalb der sicheren Garage zu sein.
Sollte sich hier die Geschichte von Mietzi wiederholen?
Vorsorglich liesen wir eine Kotprobe beim Tierarzt untersuchen, unser armer Gast hatte jede Menge Spulwürmer. Zum Glück fraß sie alle Tabletten im Futter mit.
Nachdem sie ein paar Tage nicht in der Garage war machten wir uns ziemliche Sorgen und liehen uns eine Katzenfalle aus. Wie ungeduldig wir waren, aber wir mussten sie ja erstmal langsam an das komische Ding gewöhnen und schoben das Futter immer weiter in die Falle.
Irgendwann kam der Tag an dem das Futter nur noch in der Falle stand. Der Dosi-Mann harrte stundenlang bei Kälte im Auto vor der Garage aus um dmöglichst schnell eingreifen zu können, wenn die Falle zuschnappt. Nichts, unsere Katze hatte uns wohl durchschaut.

Dank der Tipps von lieben Katzenfreunden lernten wir, dass wir die Falle durchaus auch ein paar Stunden unbeaufsichtigt lassen können, diesmal diente das Fleisch vom Döner als Köder.
Siehe da, ein paar Stunden später saß unsere Garagenkatze in der Falle. Erstaunlich ruhig und friedlich. Kein Fauchen, kein Krallen nur erstaunte und ängstliche Blicke.
Wir wussten ja nicht, ob die Wurmkur erfolgreich war und ob das scheue Wesen vielleicht noch ein paar Untermieter oder Krankheiten mitbringt. So kam sie erstmal zur Schwiegermutter in Quarantäne. Dort verblieb sie 2 Wochen, in denen sie nur hinterm Sofa saß und nachts zum Klo und Freßnapf ging.
Nach 2 Wochen holten wir sie, nach einem gründlichen Check-up -der Tierarzt schätzte sie auf unter ein Jahr- durch den Tierarzt, zu uns nach oben.

Filou und Lilly waren erstaunt und neugierig. Ashanti, so nannten wir unsere neue Mitbewohnerin, verschwand gleich in der Küche unter der Eßecke. Dort harrte sie die meiste Zeit im Transportkorb aus und kam nur nachts ein wenig raus.

Irgendwann gefiel es ihr da wohl nicht mehr und sie wechselte hinter den Fernseher. Dort fühlte sie sich wohl und war auch immer mit dabei, wenn auch nicht sichtbar. Es dauerte sehr lange, bis sie anfing zu spielen oder in unserer Gegenwart aufs Klo zu gehen.

Um so überraschter waren wir, als Ashanti am 19. März 2005 das erste Mal abends vor den Fernseher kam. Von da an machte sie immer öfter abends Ausflüge "nach draußen".Es verging noch einige Zeit, wir ließen sie zwischendurch kastrieren, bis sie mit uns spielen wollte. Von da an ging es stetig weiter. Sie kam jeden Abend raus und bald auch am Tage und spielte mit uns.
Lilly gefiel das gar nicht uns sie jagte Ashanti immer wieder. So fauchen und knurren sich die Beiden leider auch nach 4 Monaten immer noch an.

Dafür liebt Ashanti Filou sehr. Kaum betritt er das Zimmer rennt sie zu ihm und gibt ihm Nasenküßchen und umschwänzelt ihn. Und wenn sie sich zum ihm kuscheln kann, dann ist sie seelig. Wenn Filou sie putzt, dann schnurrt Ashanti so laut, dass alles bebt.

Und am 28.6.2005 kam Ashanti von alleine aufs Sofa und kuschelte sich von hinten an mich an. Was für ein Glücksgefühl, meine scheue Katze, die sich anfangs nicht blicken lies.
Und so integrierte sich Ashanti immer mehr in unser Leben, ohne die Grundangst und Skepsis je abzulegen.

Als Filou dann am 7. Juli 2010 über die Regenbogenbrücke ging, war das ein großer Verlust für sie. Fast eine Woche bekamen wir sie nur zum Fressn zu Gesicht. Zu groß war die Trauer, die Unsicherheit ohne ihren Helden.

Lilly trauerte auf andere Art. Sie vermisste den Kuschelpartner, zog sich auf die Terasse zurück und übernahm plötzlich viel von Filou. Sie begrüßte mich bei der Heimkehr an der Tür und forderte morgens vehement und mit Stimme ihr Futter ein.



Ein Leben ohne Katzen ist vorstellbar, aber nicht erstrebenswert!